Förderer

Die Bundesregierung fördert die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen bereits seit vielen Jahren durch ihre “CSR-Politik”. Ihr Ziel ist es, Unternehmen mehr Orientierung und Sicherheit zu geben und sie dabei zu unterstützen, ihre Geschäftstätigkeit nachhaltig auszurichten und den neuen Anforderungen an die unternehmerische Sorgfaltspflicht gerecht zu werden. Um insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen zu helfen, ihre Verantwortung wahrzunehmen und Hürden zu überwinden, unterstützt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales die Praxistage “Lieferketten verantwortlich gestalten – Über Nachhaltigkeit berichten”.

CSR-Politik in Deutschland

Zur Bewältigung der zentralen Aufgaben des 21. Jahrhunderts bedarf es einer gesamtgesellschaftlichen Anstrengung. Weder Politik, Wirtschaft, noch Zivilgesellschaft sind in der Lage, globale Herausforderungen wie Klimawandel, Armutsbekämpfung oder Menschenrechtsschutz im Alleingang zu lösen. Neben politischem Handeln und zivilgesellschaftlichem Engagement sind es vor allem verantwortungsbewusst handelnde Unternehmen, die im In- und Ausland präsent sind und wesentlich zur Lösung gesellschaftlicher Probleme beitragen. Dies drückt sich zum Beispiel in der Einhaltung international anerkannter Sozial- und Umweltstandards aus, auch wenn im Produktionsland keine entsprechende Gesetzgebung besteht oder diese nicht umgesetzt wird.

Verantwortungsvolles Wirtschaften fördern

Im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise wurden die Rufe nach mehr Verantwortung in der Wirtschaft immer lauter, nicht zuletzt auch im Rahmen des G8-Gipfels 2007 in Heiligendamm unter deutscher Präsidentschaft. In dieser Zeit übernahm das Bundesministerium für Arbeit und Soziales innerhalb der Bundesregierung die Federführung für das Thema CSR. Es gründete das Nationale CSR-Forum als ein Gremium, in dem verschiedenste gesellschaftliche Akteure sich gemeinsam dem Thema “Unternehmensverantwortung” widmen. Das Forum hat die Bundesregierung bei der Entwicklung einer Nationalen CSR-Strategie maßgeblich unterstützt. Auf Grundlage seiner Empfehlungen hat die Bundesregierung im Jahr 2010 den Aktionsplan CSR verabschiedet, der in den Folgejahren umgesetzt wurde und CSR in Deutschland weiter verbreitet hat.

Neuer Fokus: Unternehmerische Sorgfaltspflicht

Seitdem hat sich das CSR-Verständnis sowohl national als auch international deutlich gewandelt – nicht zuletzt auch im Zuge tragischer Unglücke an Produktionsstandorten westlicher Firmen in Schwellen- und Entwicklungsländern. Die Gesellschaft erwartet heute zunehmend mehr, dass Unternehmen verantwortungsbewusst handeln. Gleichzeitig sind die internationalen Anforderungen gestiegen. So hat der UN-Menschenrechtsrat die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte 2011 verabschiedet, die OECD hat ihre Leitsätze für multinationale Unternehmen im Jahr 2011 überarbeitet. Durch diese Weiterentwicklungen ist die unternehmerische Sorgfaltspflicht (due diligence) bei der Einhaltung von Arbeits-, Sozial- und Umweltstandards – auch innerhalb der Lieferkette –  stärker ins Blickfeld gerückt. Auch die CSR-Definition der EU, welche “die Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft” betont, knüpft an dieses veränderte CSR-Verständnis an und hat die nationale Diskussion entscheidend beeinflusst.

CSR-Strategie der Bundesregierung

Nachdem die wesentlichen Einzelmaßnahmen des Aktionsplan CSR von 2010 mittlerweile umgesetzt sind, entwickelt die Bundesregierung derzeit die nationale CSR-Strategie weiter. Diese ist internationaler ausgerichtet und nimmt wichtige globale Themen in den Fokus. Verantwortung in der Lieferkette und die Umsetzung unternehmerischer Sorgfaltspflicht sind dabei Schwerpunkte der nationalen CSR-Strategie.

Eine klare Erwartungskommunikation gegenüber Unternehmen soll auch im Kontext des Nationalen Aktionsplans Wirtschaft und Menschenrechte mit unterstützenden Maßnahmen flankiert werden. Neben dem CSR-Preis der Bundesregierung sind die Praxistage eine zentrale Maßnahme des BMAS zur Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen bei der verantwortlichen Gestaltung ihrer Lieferketten und einer CSR-Berichterstattung.

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