Rahmenwerke

Mehrere übergreifende Rahmenwerke für eine verantwortliche und transparente Gestaltung von Lieferketten ergänzen nationale Gesetzgebungen und unterstützen Unternehmen. Hier finden Sie eine Übersicht über die wichtigsten international anerkannten Rahmenwerke.

 

UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte

Die UN-Leitprinzipien sind ein internationaler Referenzrahmen zur Behebung und Verhütung von Menschenrechtsverletzungen in Wirtschaftszusammenhängen. Sie erläutern in 31 Prinzipien grundsätzliche Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten von Staaten und Unternehmen. Die Verantwortung von Unternehmen umfasst dabei u.a. Vorkehrungen zu treffen, um nachteilige menschenrechtliche Auswirkungen zu vermeiden, Risiken bei Geschäftspartnern wie z.B. Zulieferern zu verringern und öffentlich Rechenschaft über die getroffenen Maßnahmen abzulegen.

OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen

Die OECD-Leitsätze sind ein Verhaltenskodex für international agierende Unternehmen. Die Leitsätze beschreiben, was von Unternehmen bei ihren weltweiten Aktivitäten im Umgang mit Gewerkschaften, im Umweltschutz, bei der Korruptionsbekämpfung und der Wahrung von Verbraucherinteressen erwartet wird. Sie enthalten zudem Empfehlungen für Auslandsinvestitionen und die Zusammenarbeit mit Zulieferern. Die Leitsätze wurden von den OECD-Mitgliedstaaten in Zusammenarbeit mit Unternehmen, Gewerkschaften und der Zivilgesellschaft erarbeitet und sind in der Anwendung für Unternehmen freiwillig. Die unterzeichnenden Staaten sind jedoch zu einer Einrichtung einer nationalen Kontaktstelle verpflichtet, bei der Beschwerden gegen Unternehmen vorgebracht werden können. In Deutschland befindet sich die Nationale Kontaktstelle im Wirtschaftsministerium.

ILO Kernarbeitsnormen und Erklärung über die grundlegenden Prinzipien und Rechte bei der Arbeit

Die ILO Kernarbeitsnormen sind internationale Arbeits- und Sozialnormen, die von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) erlassen wurden. Sie bestehen aus acht Übereinkommen, die auf den vier Grundprinzipien der ILO beruhen: Vereinigungsfreiheit sowie das Recht auf Kollektivverhandlungen, Beseitigung der Zwangsarbeit, Abschaffung der Kinderarbeit, Verbot der Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf. Entsprechend der “Erklärung über die grundlegenden Prinzipien und Rechte bei der Arbeit” verpflichten sich Mitglieder der ILO, die Grundsätze einzuhalten, zu fördern und zu verwirklichen.

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Dreigliedrige Grundsatzerklärung über multinationale Unternehmen und Sozialpolitik

Die dreigliedrige Grundsatzerklärung über multinationale Unternehmen und Sozialpolitik der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) ist ein Referenzrahmen für international tätige Unternehmen. Die in der Erklärung festgelegten Grundsätze richten sich an multinationale Unternehmen, Regierungen und Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände und stellen Leitlinien für die Bereiche Beschäftigung, Ausbildung, Arbeits- und Lebensbedingungen und Arbeitsbeziehungen zur Verfügung. Unterzeichner sind die Mitgliedsstaaten der ILO, die sich bereit erklärt haben, die Grundsätze einzuhalten und durch Gesetze und Maßnahmen umzusetzen.

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ISO 26000:2010

Die ISO 26000 ist ein Leitfaden zur gesellschaftlichen Verantwortung mit den Kernthemen Organisationsführung, Menschenrechte, Arbeitspraktiken, Umwelt, faire Betriebs- und Geschäftspraktiken, Konsumentenanliegen sowie Einbindung und Entwicklung der Gemeinschaft. Der Leitfaden gilt für alle Arten von Organisationen. ISO 26000 ist keine zertifizierbare Managementsystem-Norm.

United Nations Global Compact

Der Global Compact der Vereinten Nationen ist eine Initiative für verantwortungsvolle Unternehmensführung, in der über 13.000 Unternehmen und Organisationen mitwirken. Die Mitglieder bekennen sich zu zehn Prinzipien in den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsprävention. Alle Unternehmen im Global Compact sind verpflichtet, jährlich in Form einer Communication on Progress (COP) über ihren Fortschritt bei der Umsetzung der Prinzipien und ihre Aktivitäten zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung zu berichten.

Siehe auch: COP, Abgleich COP und DNK

GRI Sustainability Reporting Standards

Die Sustainability Reporting Standards sind ein Rahmenwerk für die Nachhaltigkeitsberichterstattung, entwickelt von der Global Reporting Initiative (GRI). Die Standards sind eine Weiterentwicklung der GRI G4 Leitlinien zur Nachhaltigkeitsberichterstattung. Sie bestehen aus 36 Modulen, drei allgemeinen Standards, die Grundlagen, allgemeine Angaben und Managementansätze sowie 33 themenspezifischen Standards, unterteilt in die Bereiche Umwelt, Wirtschaft und Soziales. Ein Bericht nach den GRI Standards muss die Anforderungen der drei allgemeinen Standards erfüllen und Angaben zu denjenigen themenspezifischen Standards enthalten, die anhand einer Wesentlichkeitsanalyse als relevant identifiziert wurden.

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