Standards & Gesetze

In verschiedenen Staaten bestehen nationale Gesetze für eine verantwortliche Gestaltung von Lieferketten, die unmittelbar und mittelbar auch Unternehmen aus Deutschland betreffen. Zudem haben internationale Normierungsorganisationen freiwillige Standards erlassen.

Nationaler Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte (NAP)

Mit dem NAP will die Bundesregierung die Einhaltung von Menschenrechten in globalen Liefer- und Wertschöpfungsketten durchsetzen. Im Aktionsplan wird neben der Schutzpflicht des Staates die Verantwortung von Unternehmen, Menschenrechte zu achten, benannt. Der NAP ist kein verbindliches Gesetz für Unternehmen, formuliert aber die Erwartung der Bundesregierung, dass bis 2020 mindestens die Hälfte aller Unternehmen in Deutschland mit mehr als 500 Beschäftigten die im NAP beschriebenen Elemente menschenrechtlicher Sorgfalt in ihre Unternehmensprozesse integriert haben. Ab 2018 wird Umsetzungsstand anhand von Stichproben erhoben.

UK Modern Slavery Act 2015

Das britische Gesetz verpflichtet Unternehmen zur Abgabe einer jährlichen “Slavery and Human Trafficking“-Erklärung, in der dargelegt werden muss, wie das Unternehmen gegen Zwangsarbeit, Sklaverei und Menschenhandel in seiner Lieferkette vorgeht. Das Gesetz betrifft auch Unternehmen außerhalb des Vereinigten Königreichs, wenn sie weltweit einen jährlichen Umsatz von mehr als 36 Millionen Pfund erwirtschaften und irgendein Geschäft in irgendeinem Teil des Vereinigten Königreiches ausführen. Damit umfasst der Geltungsbereich auch eine größere Zahl deutscher Unternehmen.

Dodd Frank Act

Der Dodd-Frank Act ist ein US-amerikanisches Gesetz zur Verbesserung von Verantwortung und Transparenz im Finanzsystem. Es beinhaltet unter anderem Dokumentations- und Berichterstattungspflichten für US-börsennotierte Unternehmen, die Konfliktmineralien aus der der Demokratischen Republik Kongo oder ihren Nachbarstaaten für die Herstellung oder Funktion ihrer Produkte verwenden. Als Konfliktmineralien führt das Gesetz Tantal, Zinn, Gold und Wolfram auf. Daraus kann auch eine Betroffenheit deutscher Unternehmen resultieren, die an der US-Börse gelistet oder die Zulieferer für US-börsennotierte Unternehmen sind.

EU-Verordnung zu Konfliktmineralien

Die EU-Verordnung verpflichtet alle Unternehmen, die 3TG-Konfliktmineralien (Zinn, Wolfram, Tantal und deren Erze sowie Gold) in die EU importieren, zu Sorgfaltsprüfungen bei ihren Lieferanten. Die Anforderungen im Detail folgen den Vorgaben der “OECD-Leitsätze für die Erfüllung der Sorgfaltspflicht zur Förderung verantwortungsvoller Lieferketten für Minerale aus Konflikt- und Hochrisikogebieten”. Große Unternehmen mit über 500 Mitarbeitern, die solche Mineralien kaufen und in ihre Produkte einbauen, sollen zudem künftig ihre Beschaffungspraxis offenlegen und können sich freiwillig in ein Register eintragen lassen. Die Verpflichtungen gelten ab dem Jahr 2021.

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ISO 20400 Sustainable procurement – Guidance

Der ISO-Standard 20400 soll private und öffentliche Organisationen dabei unterstützen, die Beschaffung bzw. den Einkauf nachhaltiger auszugestalten – sowohl auf der strategischen als auch auf der operativen Ebene. Die Norm ergänzt den Standard ISO 26000 zur gesellschaftlichen Verantwortung von Organisationen, ist als Leitfaden angelegt und nicht zertifizierbar.

Siehe auch: ISO 26000

SA8000 Standard

SA8000 ist ein zertifizierbarer Standard der NGO Social Accountability International (SAI) zur Überprüfung der Einhaltung arbeitsplatzbezogener Mindeststandards. Als Grundlage dienen u.a. die ILO Konventionen, die UN Menschenrechtskonvention sowie die UN Konventionen über die Rechte von Kindern. SA8000 fordert zudem ein Managementsystem, das die Umsetzung der Anforderungen sicherstellt, sowie eine regelmäßige Überprüfung, Bewertung und Zertifizierung. SA8000 ist mit den ISO-Normen ISO 9001 für Qualitätsmanagement und ISO 14001 für Umweltmanagement kompatibel.

Siehe auch: ISO 14001

OHSAS 18001

Die Norm der Occupational Health and Safety Assessment Series (OHSAS 18001) ist ein Standard zum Arbeitsschutz. OHSAS 18001 orientiert sich an ISO 9001 und ISO 14001 und eignet sich somit zur Anwendung als Teil eines integrierten Managementsystems. Unternehmen in Deutschland können sich von der Deutschen Akkreditierungsstelle zertifizieren lassen.

Siehe auch: ISO 14001

Branchenspezifische Standards

Ergänzend zu diesen übergreifenden Standards und Gesetzen existieren in einer Vielzahl von Branchen Standards, Übereinkommen und Initiativen, die den spezifischen Anforderungen der jeweiligen Branche Rechnung tragen.

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