Standards & Gesetze

Wie Unternehmen über CSR und Nachhaltigkeit berichten sollen, wird durch verschiedene freiwillige Regelwerke beschrieben, von denen sich einige als de-facto-Standards in der Wirtschaft etabliert haben. Bestimmte Unternehmen sind zudem durch nationale und internationale Gesetzgebungen zu einer Berichterstattung verpflichtet.

EU-Richtlinie zur Angabe nichtfinanzieller und die Diversität betreffender Informationen durch bestimmte große Unternehmen und Gruppen & Gesetz zur Stärkung der nichtfinanziellen Berichterstattung der Unternehmen in ihren Lage- und Konzernlageberichten

Die Richtlinie legt fest, dass bestimmte, große Unternehmen, von öffentlichem Interesse verpflichtend im Rahmen ihrer jährlichen Lageberichterstattung ihre Strategien, Risiken und Ergebnisse in Bezug auf Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelange, Achtung der Menschenrechte, Korruptionsbekämpfung sowie Diversität in Leitungs- und Kontrollorganen offenlegen müssen. In Deutschland wurden die Vorgaben durch das “Gesetz zur Stärkung der nichtfinanziellen Berichterstattung der Unternehmen in ihren Lage- und Konzernlageberichten” in nationales Recht umgesetzt und sind im Handelsgesetzbuch geregelt (§§289b bis 289e, 315b bis 315c HGB-E und §§289f, 315d HGB-E).

GRI Sustainability Reporting Standards

Die Sustainability Reporting Standards sind ein Rahmenwerk für die Nachhaltigkeitsberichterstattung, entwickelt von der Global Reporting Initiative (GRI). Die Sustainability Reporting Standards sind eine Weiterentwicklung der GRI G4 Leitlinien zur Nachhaltigkeitsberichterstattung. Sie bestehen aus 36 Modulen, drei allgemeinen Standards, die Grundlagen, allgemeine Angaben und Managementansätze sowie 33 themenspezifische Standards, unterteilt in die Bereiche Umwelt, Wirtschaft und Soziales. Ein Bericht nach den GRI Standards muss die Anforderungen der drei allgemeinen Standards erfüllen und Angaben zu denjenigen themenspezifischen Standards enthalten, die anhand einer Wesentlichkeitsanalyse als relevant identifiziert wurden.

GRI G4 Leitlinien zur Nachhaltigkeitsberichterstattung

GRI G4 ist ein Rahmenwerk für die Nachhaltigkeitsberichterstattung, entwickelt von der Global Reporting Initiative (GRI). Es werden unter anderem Angaben zu den Bereichen Strategie, Wesentlichkeit, Einbindung von Stakeholdern sowie zum Managementansatz und Indikatoren zu den Bereichen Ökonomie, Ökologie und Soziales gefordert, gegebenenfalls ergänzt um branchenspezifische Informationen. GRI G4 wird von Unternehmen und Organisationen weltweit genutzt. Als Weiterentwicklung hat die GRI im Oktober 2016 die Sustainability Reporting Standards veröffentlicht.

Deutscher Nachhaltigkeitskodex (DNK)

Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK) ist ein Rahmenwerk für die Nachhaltigkeitsberichterstattung, entwickelt vom Rat für Nachhaltige Entwicklung. Ziel ist es, die Nachhaltigkeitsleistungen von Unternehmen transparent und vergleichbar zu machen. Teilnehmende Unternehmen berichten regelmäßig in Entsprechungserklärungen zu den 20 Kriterien des Kodex und geben an, wie sie den Kriterien entsprechen (comply) oder warum sie über einzelne Kriterien nicht berichten (explain). Für einzelne Branchen bestehen branchenspezifische Ergänzungen und Leitfäden.

UN Global Compact: Communication on Progress (COP)

Alle Unternehmen im UN Global Compact sind verpflichtet, ihren Fortschritt bei der Umsetzung der zehn Prinzipien des Global Compact und ihre Aktivitäten zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung zu berichten. Die jährliche Communication on Progress (COP) richtet sich an die Stakeholder des Unternehmens und soll Transparenz, die kontinuierliche Verbesserung der unternehmerischen Aktivitäten und das gegenseitige Lernen durch die Verbreitung von Good Practices fördern sowie die Integrität des UN Global Compact und der Vereinten Nationen sichern.

UN Global Compact: Express Communication on Progress (COP)

Die Express Communication on Progress (COP) ermöglicht Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten, die den Global Compact unterstützen, aber nicht über die Ressourcen verfügen, einen regulären Fortschrittsbericht zu den Prinzipien des Global Compact zu erstellen, ihrer Berichtspflicht nachzukommen. Er besteht aus drei Ja-oder-Nein-Fragen.

Siehe auch: UN Global Compact

International Integrated Reporting Framework

Das International Integrated Reporting Framework ist eine Handlungsanleitung des International Integrated Reporting Council (IIRC) für eine integrierte Berichterstattung. Integrated Reporting ist ein ganzheitliches Konzept, das die klassische Finanzberichterstattung mit nicht-finanziellen Berichtselementen verbindet. Das Geschäftsmodell des Unternehmens und seine Strategie sollen hierbei im Mittelpunkt stehen. Das Framework des IIRC benennt Berichtsinhalte und enthält vorwiegend allgemeine Anforderungen an eine integrierte Berichterstattung.

SASB Sustainability Accounting Standards

Das Sustainability Accounting Standards Board (SASB) ist eine US-amerikanische gemeinnützige Organisation, die branchenspezifische Standards zur Bilanzierung von wesentlichen Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungsaspekten (Environment, Social und Governance, ESG) erstellt.

Weitere Informationen >

Eco-Management and Audit Scheme (EMAS)

EMAS ist ein Umwelt-Audit für Unternehmen und Organisationen, die ihre Umweltleistung verbessern wollen. Das Gemeinschaftssystem für das freiwillige Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung wurde von der Europäischen Union entwickelt. Zu den Anforderungen gehört die regelmäßige Veröffentlichung einer Umwelterklärung.

Siehe auch: ISO 14001

ISO 14001:2015

Die ISO 14001 ist eine internationale Norm. Sie legt Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem von Unternehmen und Organisationen aller Art fest, mit der sie ihre Umweltleistung verbessern, rechtliche und sonstige Verpflichtungen erfüllen und Umweltziele erreichen können. Die Norm wurde 1996 von der Internationalen Organisation für Normung veröffentlicht und zuletzt im Jahr 2015 novelliert. Die Norm ist weltweit verbreitet und Teil einer Normenfamilie mit weiteren Normen zu verschiedenen Aspekten des Umweltmanagements. Zu den Anforderungen gehören eine regelmäßige Dokumentation und Kommunikation.

Siehe auch: EMAS

AA1000 Assurance Standard, 2008 AA1000AS (2008)

Der AA1000AS (2008) ist ein Prüfungsstandard, der Bestimmungen zur Durchführung von Nachhaltigkeitsprüfungen enthält. Er wurde im Rahmen eines Multistakeholder-Prozesses entwickelt, der von der gemeinnützigen Organisation AccountAbility, initiiert wurde. Nachhaltigkeitsprüfungen in Übereinstimmung mit dem AA1000AS (2008) beinhalten Beurteilungen von Art und Umfang der Einhaltung der drei AA1000 AccountAbility Prinzipien und optional die Bewertung der Verlässlichkeit berichteter Angaben zu Nachhaltigkeitsleistungen.

Weitere Informationen >

UK Modern Slavery Act 2015

Das britische Gesetz verpflichtet Unternehmen zur Abgabe einer jährlichen “Slavery and Human Trafficking“-Erklärung”, in der dargelegt werden muss, wie das Unternehmen gegen Zwangsarbeit, Sklaverei und Menschenhandel in seiner Lieferkette vorgeht. Das Gesetz betrifft auch Unternehmen außerhalb des Vereinigten Königreichs, wenn sie weltweit einen jährlichen Umsatz von mehr als 36 Millionen Pfund erwirtschaften und irgendein Geschäft in irgendeinem Teil des Vereinigten Königreiches ausführen. Damit umfasst der Geltungsbereich auch eine größere Zahl deutscher Unternehmen.

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